⚔️ Gedanken am 7. November

Die tibetischen Buddhisten kennen ein Ritual zur »Transferierung
des Bewußtseins«, genannt phowa. Es wird traditionell
für Sterbende und Verstorbene durchgeführt, insbesondere
während der ersten sieben Wochen nach ihrem Tod. In
seiner Kurzform geht Phowa folgendermaßen: Man visualisiert
eine Form Göttlichen Bewußtseins, zu der sich der
Sterbende oder Verstorbene im Leben besonders hingezogen
gefühlt hat. Dies könnte Maria sein, Jesus, der Buddha,
Allah, das L i c h t . . . Man stellt sich vor, diese Erscheinungsform
des Göttlichen schwebe über dem Kopf des Sterbenden
oder Toten und übergieße ihn mit Licht, das dessen ganzen
Körper durchdringt und dabei alle Schmerzen und Illusionen
hinwegspült, die die Erkenntnis seiner wahren Natur
verhindern, seines Herzlichts oder Höheren Selbst. Dann
stellt man sich vor, das Herzlicht des Sterbenden oder Toten
dehne sich aus und werde eins mit dem Göttlichen Bewußtsein.
Wie die Tibeter glauben, hilft dies der Seele, ihr Einssein
mit dem Göttlichen zu erkennen und in ihm zu verbleiben,
anstatt – sobald die Erfahrung des Lichts, die jeder
Sterbende zu haben scheint, vorüber ist – wieder in die
Fänge des kleinen Ichs und seiner Projektionen zu geraten.

Tägliche Templerarbeit:
Auch wenn das Phowa-Ritual traditionell während der sieben
Wochen nach dem Ableben zelebriert wird, kannst du es jederzeit
durchführen. Wenn du es einmal versuchen möchtest, befolge die
obigen Anweisungen. Ich selbst führe das Ritual gern an den
Todestagen meiner Eltern durch, einem Tag, an dem die Juden
traditionell eine sogenannte Jahrzejt – oder Gedächtniskerze anzünden.
Gibt es einen besseren Weg, die Toten zu ehren?

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