Gedanken am 17. August

Bei unserer Suche nach Rollenmodellen für das spirituelle
Leben müssen wir uns vor der Neigung hüten, Leute zu
idealisieren und dann enttäuscht zu sein, wenn wir feststellen
müssen, daß sie doch nur Menschen sind. Die meisten von
uns sind ein Gemisch von sehr unterschiedlichen Eigenschaften.
Sie sind in mancherlei Hinsicht wahre Vorbilder
und haben in manch anderer noch viel zu lernen. Die
Tendenz, Leute nach der Entweder-oder-Methode zu beurteilen
– erleuchtet oder nicht erleuchtet, Heiliger oder Sünder
-, macht es uns schwer, von den Menschen, denen wir
begegnen, zu lernen, mögen wir sie nun als »Vorbilder«
betrachten oder auch nicht. Wenn wir hingegen unseren
Horizont dahingehend erweitern, daß wir jeden als einen
potentiellen Lehrmeister ansehen, wird jede Begegnung in
uns die Frage auslösen: »Was kann ich von diesem Menschen
lernen?«

Tempelarbeit:
Gedankt sei Dir, Großer Geist, für die Gabe des Lebens und
die fortwährende Bereicherung meiner Seele, die mir soviel
Freude, Dankbarkeit, Frieden und Seligkeit schenkt. Möge
ich lernen, jedes Ereignis und jeden Menschen, den ich
treffe, als einen Lehrer zu betrachten. Befreie mich bitte von
der schädlichen Neigung, zu idealisieren und dann enttäuscht
zu sein, und hilf mir, jede Lehre – insbesondere jede
unerfreuliche – als ein Geschenk entgegenzunehmen.
Verweile ßr ein paar Minuten im Gebet der Sammlung, im Ei
aus Licht oder in der Shamatha-Vipassana-Meditation.

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