Templer-Tour de France

Commanderie de Ballan-Miré, 37510 Ballan-Miré, Indre-et-Loire, Centre-Val de Loire

Wir mußten nur noch knapp 100 Km weiter südwestlich in die Nähe der Stadt Tours (mit der wunderbaren Kathedrale  des Erzbischofs von Tours) reisen, um unser nächstes Etappenziel und zugleich auch unser Nachtquartier zu erreichen, das Château von Ballan-Miré. Zu unserer großen Freude erreichten wir unser Domizil für den Abend noch rechtzeitig, um den Pool bei schönstem Wetter noch ausgiebig nutzen zu können. Was eine Wohltat, nach einem heißen Tag auf der Strasse.

Wegbeschreibung
Man verläßt Tours nach Süden über die Pont de Saint-Sauveur und biegt etwa 200 m nach der Überquerung des Flusses Cher nach rechts auf die Rue des Savonnières, die D7, ab. Auf dieser Strasse geht es ca. 3 Km nach Westen entlang des linken Ufers des Cher bis zur Abzweigung der D127 (Rue de la Commanderie). Man fährt auf dieser Strasse noch etwa 500 m nach Süden und muß ab jetzt sorgfältig auf die Beschilderung achten. Eine kleine Stichstrasse führt nach links von der Landstrasse ab und man steht einige 100 Meter danach vor einem prächtigen Gittertor. Man muß allerdings angemeldet sein. Das Château ist in Privatbesitz und auch von der Strasse nicht einzusehen. Die Besitzer betreiben dort aber ein B&B und der Aufenthalt dort ist sehr zu empfehlen. Die Inhaber sind sehr gastfreundlich, hilfsbereit und zuvorkommend und was noch bemerkenswerter war: Sie haben sich als historisch sehr interessiert und über die Historie des Châteaus und seiner Geheimnisse bestens informiert erwiesen. Wenn Sie Glück haben, findet sich die Zeit für eine kleine Führung. Buchen können Sie hier: Bed and Breakfast Commanderie de Ballan.

Strategische Position
Die Commanderie de Ballan ist ca. 1 Km von dem Fluß Cher entfernt, der wiederum etwa einen Kilometer südlich parallel zur Loire entlangläuft und nach ca. 6 Km in diese einmündet. Die Commanderie liegt unmittelbar an dem wohl bedeutensten französischen Jakobsweg, der  sogenannten Via Turonensis, der von Paris über Orléans, Tours, Poitiers und  Bordeaux bei Saint-Jean-Pied-de-Port über die Pyrenäen nach Santiago de Compostela führt. Nach Julie Roux und Humbert Jacomet, Les Chemins de Saint-Jacques de Compostelle, S. 315, gibt es für den Abschnitt zwischen Paris und Tours zwei Wegealternativen. Die nördliche  Route führt über Chartres, die südliche über Orléans. Beide Strecken sind in regelmässigen Abständen mit Templerpräsenzen ausgestattet.

Nach Dumontier, aaO S. 101, kommt Ballan-Miré eine Schlüsselposition zu. Der Ort markiert die Mitte der Templer-Strasse von Paris nach la Rochelle. Ich habe hierzu im Jahr 2008 einen Aufsatz geschrieben.

Was ist noch zu sehen?
Das Château ist im Laufe der Zeit erheblichen Umbaumaßnahmen unterzogen worden und präsentiert sich heute überwiegend im Stil des neunzehnten Jahrhunderts, nach erheblichen Veränderungen im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert durch die Johanniter.

Um die Commanderie von Ballan ranken sich seit jeher romantische und fantastische Geschichten. So soll es zwischen Ballan (nach Dumontier, Sur les Pas des templiers en Bretagne, Normandie, Pays de Loire, S. 100, leite sich der Name vom Keltengott Belenos ab) und dem 6 Km entfernten Dorf Savonnières  einen unterirdischen Geheimgang geben (Dumontier, a.a.O). Die Kirche von Savonnières unterstand dem Großprior des Malteserordens und ist den Heiligen Saint Gervais und Saint Protais geweiht, wie die Kirche der ebenfalls – unverdient – legendenumwobenen, angeblichen Templer-Stadt Gisors. An jeder Legende hängt natürlich immer auch ein mehr oder minder grosses Stück Wahrheit. Savonnières ist tatsächlich für seine unterirdische Grottenlandschaft, begünstigt durch den dort vorherrschenden Kalk-Tuffstein bekannt. Nach Dumontier, aaO, gehen einige Grotten dort auf die Zeit der Römer zurück. Sei es, wie es sei, auf dem Grundstück der Commanderie gibt es einige verdächtige Stellen, die die These eines geheimen Ganges unterstützen könnten.

Einer der letzten Eigentümer, ein Graf Salvador, hatte – nach Spielschulden und Spekulationsverlusten – den legendären Templer-Schatz mit Sprengstoff gesucht (Dumontier, aaO). Die Spuren davon sind heute noch sichtbar.

Geschichte
Eine Urkunde von 1219 bezeugt zum ersten Mal die Existenz des Tempels in Ballan-Miré. Die Templer etablierten sich in der Touraine seit dem ersten Viertel des 13. Jahrhunderts. (Dumontier, aaO).
6 Village des Templiers, 24290 Sergeac, Dépt. Dordogne, Nouvelle-Aquitanie
Nach einem wirklich ausgezeichneten, sehr fürstlichen Frühstück mit leckeren Croissants und krachendfrischem Baguette, meist hausgemachten Köstlichkeiten (Joghurt, Waffeln und diverse Marmeladen und Gelees) und aromatischem Kaffee und Tee brachen wir gutgelaunt in den Süden Frankreichs auf, genauer gesagt in die ehemalige Grafschaft Périgord. Wir erreichten Limoges nach etwa dreieinhalb Stunden. Die Strecke von Limoges ins Périgord, das wohl etwa dem heutigen Département Dordogne enstpricht, nahm noch etwa eineinhalb Stunden in Anspruch. Es handelt sich bei dieser Strecke um einen der Teilabschnitte des zentralfranzösischen Jakobswegs, der sogenannten Via Lemovicensis.

Wegbeschreibung
Man erreicht Sergeac von der Autobahn A89 (Clermont-Ferrand – Bordeaux) und nimmt kurz nach der Stadt Brive-la-Gaillarde die Ausfahrt 17 in Richtung Saint-Yrieix-la-Perche. Anschließend benutzt man die D46 über Les Farges nach Montignac und danach die D706 nach Sergeac.

Strategische Position
Sergeac liegt nur ca 45 km südöstlich von Perigueux und dürfte als Etappenziel für Jakobspilger (Via Lemovicensis) in Betracht gekommen sein. Im übrigen befand sich der Ort zur Zeit der Templer im Grenzgebiet zwischen französischen und englischen Herrschaftsgebieten. Der Bereich südlich der Dordogne fiel 1154 mit der Hochzeit von Eleonore von Aquitanien und Henri Plantagenêt an England. Sergeac liegt 20 Km von der Dordogne entfernt und gehörte demnach zu Frankreich.

Was ist noch zu sehen?
Sergeac ist eine kleine Gemeinde am südlichen Ufer der Vézère mit 215 Einwohnern (Wikipedia). Das Alter der Häuser ist schwer zu schätzen.  Einige Mauer verraten ein wesentlich höheres Alter, als die modernere Bausubstanz. Viele Häuschen scheinen schon ihr Alter aufgrund ihrer geringen Größe zu verraten.

Die Kirche wurde im 12. Jahrhundert von den Templern als Wehrtum errichtetet

Geschichte
Der in der Kirche aufgestellten Hinweistafel
lassen sich folgende Feststellungen entnehmen: Im 3. Jahrhundert errichtete ein Römer namens Servius seine Villa, die den Namen für den Ort abgab: Serviacum. Im Laufe der Zeit wurde daraus Sergeac. Im 11. bis 12. Jahrhundert erichtete man auf den Resten der gallo-römischen Ansiedlung und einer Begräbnisstätte der Westgoten bzw. Merowinger eine Vorläuferkirche.  Am  3. Mai 1153 erteilte Papst Eugen III der Kirche in einer Bulle das Privileg der Unverletzlichkeit und weihte die Kirche der „Heiligen Maria von Sergacio“.  Die Templer erhielten im Jahre 1275 noch 1 Km ausserhalb des Ortes ein großes Gelände, von dem noch erhebliche Mauerreste vorhanden seien.

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