Umweltfolgen des Strassenverkehrs

Wer heute 70 Lenze zählt, hat als Kind noch gefahrlos auf der Strasse gespielt –
rund eineinhalb Millionen Autos waren damals im Gebiet der heutigen Bundesrepublik
Deutschland registriert. Heute sind weit über 50 Millionen Kraftfahrzeuge –
genau 51,5 Millionen Anfang Juli 1995 – in der Bundesrepublik zugelassen, darunter
40 Millionen Personenkraftwagen. Im Westen Deutschlands stieg die Zahl der
Pkw seit 1970 von 13,9 Millionen auf 33,5 Millionen (Juli 1995). In den neuen
Bundesländern lief die Mobilmachung im Zeitraffertempo ab. Nur drei Jahre
brauchten die Ostdeutschen, um nahezu westdeutschen Standard zu erreichen.
1991 waren in den neuen Ländern bereits sechs Millionen Personenwagen registriert,
im Juli 1995 noch eine knappe Million mehr. Eine Trendwende ist nicht in
Sicht. Die Blechlawine wird durch keinen Stau aufgehalten.
Wir rollen und jetten, was Fahr- und Flugzeuge sowie die Infrastruktur hergeben,
wir halten uns und den Güterstrom in Bewegung. Jede zweite Tonne Fracht wird
per Lastwagen auf der Strasse befördert. Nach einer Studie des UPI Heidelberg
wuchs die Fahrleistung aller Pkw in Westdeutschland zwischen 1980 und 1990 um
einhundert Milliarden Kilometer! 1992 fuhren die Westdeutschen 410 Milliarden
Kilometer mit dem Personenwagen – 1350mal die Strecke zur Sonne und zurück.
Mehr als die Hälfte des Weges werden in Ferien und Freizeit zurückgelegt.
Rollt alles wie bisher, sehen uns Verkehrsforscher im Jahr 2005 noch eifriger
durchs Land düsen: In den neuen Ländern wird der Pkw-Verkehr – bezogen auf
1988 – auf das dreifache, der Lastwagenverkehr auf das vierfache wachsen. Die
alten Bundesländer lassen sich die Führung nicht nehmen und legen noch plus
32 % beim Pkw und plus 51 % beim Lkw zu.

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