Was ist Triggerwarnung?

Triggerwarnungen im Netz sollen Menschen vor belastenden Bildern schützen. Erst mal eine gute Idee. Das Wort “Trigger” wird an dieser Stelle aber völlig falsch verwendet.

Was ist eine Triggerwarnung und was ist die Idee dahinter?
„Triggerwarnung: In diesem Video geht es um Depression und Suizidgedanken. Schaut es euch nur an, wenn ihr euch psychisch stabil fühlt.“
Solche Warnungen tauchen häufig in den sozialen Netzwerken und auf YouTube auf. Die Hinweise sollen Menschen schützen, die etwa von Gewalt oder bestimmten Krankheiten betroffen sind. Die Idee dahinter: Belastende Bilder und Inhalte könnten im schlimmsten Fall psychische Probleme auslösen.

Instagram beispielsweise verbirgt standardmäßig Inhalte, die den Hashtag „Trigger“ enthalten – um die „Community vor Inhalten zu schützen, die möglicherweise zu einem Verhalten auffordern, das Schaden anrichten oder sogar zum Tod führen kann“. Die User:innen müssen dann aktiv bestätigen, dass sie die Inhalte trotzdem sehen möchten.

Klingt ziemlich ernst. Aber ist das auch sinnvoll?

Zuerst ein paar Basics:
Es gibt keine Regeln dafür, wann eine Triggerwarnung eingebaut werden sollte. Das heißt: Die Urheber:innen der Videos setzen sie nach eigenem Ermessen, nahezu beliebig, ein.
Nicht alle, die bedrohliche Situationen erleben oder schlimme Bilder sehen, sind danach traumatisiert.
Das Wort Trigger wird in diesem Zusammenhang falsch verwendet. Mehr dazu weiter unten.

Was ist ein psychisches Trauma?
Um zu verstehen, wie Trigger wirken, müssen wir wissen, was bei einem traumatischen Erlebnis in unserem Gehirn passiert.
Als Trauma bezeichnen Psycholog:innen ein plötzliches und unerwartetes Ereignis, das von außen auf einen Menschen einwirkt und gefährlich oder sogar lebensbedrohlich ist.
In den medizinischen Klassifikationssystemen (ICD-11 und DSM-V), die maßgeblich für die fachgerechte Beurteilung psychischer Beschwerden sind, heißt es: Ein Trauma ist ein Ereignis von „extrem bedrohlicher oder entsetzlicher Natur“ (ICD-11), etwa eines, das den „tatsächlichen oder drohenden Tod, tatsächliche oder drohende ernsthafte Körperverletzung von einem selbst oder Anderen“ (DSM-V) einschließt. Dabei legen die Kriterien fest, dass es sich bei einem Trauma immer um eine plötzliche, akute und unvorhersehbare Situation handelt – eine langwierige, lebensbedrohliche Erkrankung zählt demnach nicht als Trauma.

Solche Situationen würden oft mit großer Hilflosigkeit und Angst erlebt, sagt der Psychologe und Trauma-Experte Thomas Weber: „Traumata zeichnen sich dadurch aus, dass wir keine Kontrolle darüber haben, was in der akuten Situation passiert.“

Es geht dabei zunächst allein um die Situation – und nicht um den Umgang der Person damit. Der Begriff „Trauma“ sagt also erstmal nichts über das psychische Befinden der Person aus, die es erlebt.

In bedrohlichen Situationen setzt unser bewusstes Denken aus
Viele, die Opfer solcher Umstände werden, wundern sich im Nachhinein über ihr Verhalten in der Situation: Warum habe ich nicht um Hilfe gerufen oder mich gewehrt? Woher habe ich den Mut genommen zu kämpfen?
Wenn wir in Gefahr sind, schaltet unser Gehirn sozusagen in den Autopilot-Modus: Hirnareale, die für das logische Denken sowie die bewusste Verarbeitung von Reizen verantwortlich sind, werden weitestgehend ausgeschaltet. Denn: Es dauert einfach zu lange, logisch über die beste Reaktion nachzudenken oder sich die Kleidung des Angreifers einzuprägen.

Stattdessen übernimmt der älteste Teil des menschlichen Gehirns, der sogenannte Hirnstamm. Er reguliert normalerweise die lebenswichtigen Funktionen wie Atmung, Herzschlag, Nahrungsaufnahme und Darmtätigkeit. Bei Bedrohung sorgt er dafür, dass Energie und Kraft mobilisiert werden: Atmung und Herzschlag werden schneller, mehr Blut wird in die Muskeln gepumpt, alle Sinne konzentrieren sich auf die Gefahr.

Innerhalb von Sekundenbruchteilen entscheidet sich im Hirnstamm, wie wir auf die Gefahr reagieren: kämpfen, flüchten, sich tot stellen oder unterwerfen.

Wichtig ist: Diese Entscheidung treffen wir nicht bewusst. Und können sie darum im Rückblick manchmal nicht erklären. Das Gehirn greift hier auf automatische Verhaltensweisen zurück, die wir tief abgespeichert haben und die möglicherweise in der Vergangenheit schon mal funktioniert haben.
Es kann darum sein, dass auch Kampfsportler:innen oder Leistungssportler:innen ihre Fähigkeiten im Moment der Gefahr nicht abrufen können. Dafür müssen die Verhaltensweisen über sehr lange Zeit geübt und dadurch fest im Gehirn verankert werden.

Auch Zeitgefühl und Sprache funktionieren in Gefahr oft nicht mehr wie gewohnt: Viele Betroffene können im Nachhinein nicht sagen, wie lange die Gefahrenlage gedauert hat, oder wundern sich darüber, dass ihnen in der Situation die Worte gefehlt haben.

Reize werden wahrgenommen – aber wir erinnern uns später nicht daran
Weil unser Gehirn mit der Situation überfordert ist und nicht alle seine Funktionen aktiv sind, kommt es oft vor, dass das Erlebte nicht komplett im Gedächtnis gespeichert werden kann. Die Folge sind Erinnerungslücken, die von unterschiedlich großem Ausmaß sein können. In seltenen Fällen können große Teile oder das gesamte Ereignis nicht mehr erinnert werden. Bei wiederholten oder lang anhaltenden Traumatisierungen – insbesondere wenn diese sich während der Kindheit ereignet haben – fehlt die Erinnerung häufig über sehr lange Zeiträume.

Diese Erinnerungslücken sind der entscheidende Punkt, wo ein Reiz zu einem Trigger werden kann. Denn unser Gehirn nimmt Reize wie Geräusche, Gerüche, Farben oder unsere eigenen körperlichen Reaktionen wie den Herzschlag oder Schwitzen auch wahr, wenn wir sie nicht bewusst erleben – und speichert sie auch unbewusst ab.

Ein konkretes Beispiel: Unbewusst speichert das Gehirn zum Beispiel den Duft des Parfums ab, das die Täterin oder der Täter trug. Bewusst erinnern und benennen kann das Opfer das hinterher aber nicht. Dieser Geruch kann dann später als Trigger wirken.

Nicht alle, die ein Trauma erleben, sind danach auch traumatisiert
Wenn uns eine Bedrohung widerfährt, etwa bei einem Unfall oder einem Überfall, denken wir in den folgenden Wochen noch oft daran zurück. Bilder aus der Situation tauchen immer wieder vor dem inneren Auge auf, wir überlegen, was wir anders hätten machen können, oder haben Albträume.
„Das ist eine ganz normale Verarbeitungsreaktion auf nicht normale Erlebnisse“, sagt der Psychologe Thomas Weber, der das Zentrum für Trauma- und Konfliktmanagement in Köln leitet. Dieser Zustand halte meist zwischen vier und sechs Wochen an, teils auch länger. „Das ist nicht nur normal, sondern sehr wichtig für die Verarbeitung des Erlebten“, ergänzt Weber. Dabei gebe es kein Richtig oder Falsch: „Es gibt so viele Verarbeitungsstile, wie es Menschen gibt.“
Diese sogenannte akute Belastungsreaktion klingt in den meisten Fällen nach einigen Wochen wieder ab und die Betroffenen können das Erlebte zurücklassen, ohne dass es sie im weiteren Leben besonders beeinträchtigt.

Bei manchen Menschen behindert die Überflutung des Gehirns in der Gefahrenlage aber die Verarbeitung des Erlebten. Sie können auch nach langer Zeit keinen Abstand von der Erfahrung gewinnen oder damit abschließen. In diesem Fall verharrt der Körper in einem erhöhten Stressniveau, woraus sich eine Traumafolgestörung entwickeln kann.
Dazu gehört zum Beispiel die Posttraumatische Belastungsstörung, aber auch Angststörungen oder Depressionen können in der Folge auftreten.
Bei besonders schwerer oder lang anhaltender Traumatisierung können sich auch Teile der Erinnerung oder der Persönlichkeit abspalten und damit dem Bewusstsein nicht mehr zugänglich sein. Diese Erkrankungen gehören zu den sogenannten dissoziativen Störungen.

Wie gut ein Trauma verarbeitet wird und ob jemand eine Traumafolgestörung entwickelt, lässt sich zum Zeitpunkt des Traumas nicht vorhersagen und ist abhängig von vielen Faktoren, wie etwa der individuellen Lebensgeschichte, schwere und Dauer der Traumatisierung, dem Befinden zum Zeitpunkt des Traumas oder vom sozialen Umfeld der Betroffenen.

Eine Traumatisierung lässt sich nicht durch Vernunft lösen
Wenn wir etwas Außergewöhnliches erleben, spielen wir die Situation in Gedanken oft noch viele Male durch. Das ist ganz normal und hilft uns bei der Verarbeitung. Nach einiger Zeit lässt das Grübeln meist wieder nach.

Menschen, die durch ein Ereignis traumatisiert sind, kommen aus diesem Stadium oft nicht mehr allein raus. Immer wieder taucht das Erlebte unwillkürlich im Kopf auf, wieder und wieder wird gegrübelt, wieso etwas passiert oder nicht passiert ist.

Das Problem: „Die Idee, dass ich es verstehe oder mich besser fühle, wenn ich nur oft genug darüber nachdenke, funktioniert bei einer Traumatisierung nicht“, erklärt die Trauma- und Psychotherapeutin Ingrid Wild-Lüffe.

Und das habe einen logischen Grund: „Wenn wir häufig an etwas denken, verankert es sich normalerweise im Gehirn und es findet eine Art Gewöhnung statt. Das autonome Nervensystem, das in der Gefahrensituation die Kontrolle übernimmt, darf aber nicht an solche Situationen gewöhnt werden, denn dann reagiert es im nächsten Notfall nicht mehr schnell genug.“

Ein Flashback ist nicht das gleiche wie eine Erinnerung
Auch wenn zwei Menschen das Gleiche erleben, kann es sein, dass der eine danach traumatisiert ist und der andere nicht. Die nicht traumatisierte Person kann nach Ablauf der akuten Belastungsreaktion selbst steuern, wann und wie sie sich an das Geschehene erinnert. Sie kann schildern, was ihr widerfahren ist und ihre Gefühle beschreiben. Diese Person greift dann aktiv und von sich aus auf eine bewusste Erinnerung zurück.

Traumatisierte Menschen hingegen erleben manchmal sogenannte Flashbacks, bei denen das Erlebnis plötzlich und unwillkürlich wieder im Kopf auftaucht. Wann das passiert, können Traumatisierte nicht steuern.
Dazu kommt: Bei einem Flashback fühlt es sich an, als würde die Person jetzt gerade wieder in der traumatischen Situation sein. Die Bilder dazu tauchen im Kopf auf – und auch der Körper zeigt die gleichen Reaktionen: Herzrasen, schnelle Atmung, schwitzen. Weil Flashbacks unvorhergesehen auftauchen, sind sie für die Betroffenen meist sehr belastend.

In stark abgeschwächter Form kennen die meisten diese körperlichen Reaktionen auf vergangene Erlebnisse, erklärt Traumatherapeutin Ingrid Wild-Lüffe: „Wer als Erwachsener mal wieder in seine alte Schule geht, das Kindergeschrei hört, die Gerüche wahrnimmt und auf den alten Stühlen sitzt, der wird bemerken, dass sich auch das Körpergefühl verändert. Häufig fühlen wir uns dann wieder wie die Teenager, die wir waren, als wir die Schule besucht haben – unabhängig davon, ob wir die Schulzeit in guter oder schlechter Erinnerung haben.“ Auch hier verändere sich unbewusst unser Körperzustand. Und das können wir nur ändern, wenn wir uns die Veränderung bewusst machen.

Wie wird ein Reiz zum Trigger? Und kann man das voraussagen?
Zur Erinnerung: Erleben wir gefährliche Situationen, kann es passieren, dass unser Gehirn manche der wahrgenommenen Reize nicht so abspeichert, dass sie für uns zugänglich sind. Unbewusst sind die Informationen aber trotzdem da. Diese unbewusst abgespeicherten Reize können zu Triggern werden.
Trigger, auch Hinweisreize genannt, lösen in unserem Gehirn wieder den Notfallplan aus. Der Körper reagiert genauso wie in der traumatisierenden Situation. Und zwar so schnell, dass Betroffene den Zusammenhang meist nicht erkennen.

Nehmen wir noch einmal das Beispiel mit dem Parfum des Täters oder der Täterin. Wenn die betroffene Person einige Zeit nach dem Trauma auf einen Menschen trifft, der das gleiche Parfum trägt, kann es passieren, dass der Hirnstamm sofort reagiert – noch bevor der Duft bewusst wahrgenommen wurde – und wieder in den Autopiloten schaltet.

Der Körper verfällt in die gleichen Verhaltensweisen wie in der Situation, in der der Reiz ursprünglich auftrat. Die Betroffenen fallen etwa in eine Schockstarre, meiden die Begegnung oder werden aggressiv – je nachdem, wie sie sich in der vorangegangenen Bedrohungslage verhalten haben. In jedem Fall wird der Körper das gesamte System hochfahren, den Herzschlag beschleunigen und sich bereit machen, mit der vermeintlichen Gefahr zurechtzukommen.

Das ist grundsätzlich sinnvoll, denn mit diesem Verhalten konnten wir der Bedrohung ja schon mal entkommen.

Für Betroffene ist das aber auf mehreren Ebenen belastend.

Da sie den Reiz nicht bewusst abgespeichert hatten, können sie sich ihre Reaktion auf den Trigger selbst nicht erklären.
Es scheint, als würde der Körper ohne ersichtlichen Grund verrückt spielen: Herzrasen, Schnappatmung, Schweißausbrüche, Zittern. Allein das kann schon beängstigend sein.
Die Betroffenen sind zunächst machtlos gegen die ausgelöste Reaktion. Im schlimmsten Fall fühlen sie sich, als würden sie das Trauma noch mal erleben.

Was zum Trigger wird, kann niemand voraussagen
Daraus ergibt sich, dass potenziell alles zum Trigger werden kann, das mit der vorangegangenen Bedrohungssituation in Verbindung steht – und dass das niemand vorhersagen kann.
Sensorische Trigger entstehen durch Reize, die wir mit unseren Sinnen wahrgenommen haben: Gerüche, Farben, Geräusche, bestimmte Bewegungen, die Umgebungstemperatur, Kleidungsstücke, Stimmen, …

Auch eigene Emotionen und Körperreaktionen können zum Trigger werden – zum Beispiel Schweiß, der beim Sport über den Rücken läuft, oder ein schneller Herzschlag – sofern sie in der Trauma-Situation präsent waren.

Außerdem Sätze, die im Zusammenhang mit dem Trauma gefallen sind, wie „Du willst es doch auch!“ oder „Es tut mir leid, dass ich dir nicht helfen kann.“

Nicht zuletzt können alltägliche Dinge, die dem Trauma vorausgingen, zum Trigger werden: zum Beispiel eine Autofahrt über eine Landstraße, das gemeinsame Anschauen eines Films, bestimmte Feiertage oder bestimmtes Wetter.

„Wenn man weiß, was der Trigger ist, ist es kein Trigger mehr“, sagt die Trauma-Therapeutin Ingrid Wild-Lüffe. Denn oft identifizieren Betroffene den Auslöser ihrer unwillkürlichen Reaktionen erst in einer Psychotherapie. Dort lernen sie den Umgang damit. „Dazu gehört zum Beispiel, sich bewusst zu machen, wieso der Körper gerade hochfährt, obwohl gar keine Gefahr droht – und sich dann selbst beruhigen zu können.“
Das sei oft schwieriger als gedacht, da ja die Verknüpfung zwischen bewusster Wahrnehmung und Hirnstamm in diesen Situationen nicht gut funktioniere.

Kann man Menschen mit Triggerwarnungen vor (Re-)Traumatisierung schützen?
Der Psychologe Thomas Weber sagt dazu ganz klar: „Es ist eine Illusion, dass wir Menschen vor Retraumatisierung schützen könnten – im Internet und auch im echten Leben.“ Denn: Was für einen Menschen zum psychischen Trauma oder zum Trigger wird, kann niemand voraussagen.
Jeder und jede von uns kann im ganz normalen Alltag plötzlich mit unverarbeiteten Ängsten konfrontiert werden, einen Unfall mit ansehen oder überfallen werden. Davor können wir uns kaum schützen.
Genauso können wir unangenehme Begegnungen im Internet erleben oder Bilder sehen, die uns belasten. „Das ist das normale Leben und auch nicht schlimm – außer wenn wir die Erwartungshaltung haben, dass es schlimm wird“, erklärt Thomas Weber, Leiter des Zentrums für Trauma- und Konfliktmanagement in Köln.

Kann die Triggerwarnung selbst zur Belastung werden?
In den Medien wird immer wieder eine Studie der Harvard-Universität zitiert, die beweisen soll, dass Triggerwarnungen selbst als belastend wahrgenommen werden können:
2018 hatten Forschende den Teilnehmenden Texte zum Lesen gegeben, die unterschiedlich gruselig oder brutal waren. 133 der insgesamt 270 Proband:innen erhielten vor dem Lesen eine Triggerwarnung wie „Achtung, verstörende Inhalte können Angstzustände auslösen“.

Das Ergebnis: Einige der Proband:innen, die eine Triggerwarnung erhalten hatten, berichteten von größerer Angst beim Lesen. Die meisten Teilnehmenden aus derselben Gruppe hielten Menschen danach im Allgemeinen anfälliger für psychische Traumata als die Teilnehmenden, die keine Triggerwarnung bekommen hatten. An dieser Studie nahmen nur Menschen teil, die nicht unter einer Traumafolgestörung litten.

Aber: Die Forschenden wiederholten die Studie zwei Jahre später mit College-Student:innen – und konnten ihre Ergebnisse nicht wiederholen: „Wir fanden starke Beweise dafür, dass sich keiner der zuvor signifikanten Effekte wiederholte.“

Auch weitere Studien aus Australien und den USA konnten nicht bestätigen, dass Menschen, die vor belastenden Inhalten gewarnt wurden, diese auch belastender fanden als Menschen, die nicht gewarnt wurden.

Das gilt auch für Menschen mit Traumafolgestörungen, wie eine US-amerikanische Studie mit 355 College-Student:innen zeigte. Die Teilnehmenden wurden zunächst auf Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung getestet und man maß ihre aktuelle psychische Befindlichkeit.

Danach lasen auch diese Teilnehmenden Texte mit potenziell belastenden Inhalten. Dazu bekamen sie eine Triggerwarnung, die sie freiwillig lesen konnten oder nicht.

96 Prozent aller Teilnehmenden lasen die Warnung. Diejenigen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung gaben an, dass das Lesen der Warnung in ihnen Stress auslöste, alle anderen Proband:innen nicht – unabhängig von ihrer psychischen Verfassung.

Zwei Wochen später wurden die Teilnehmenden dazu befragt, ob sie nach der Untersuchung an Symptomen eines Traumas gelitten hatten. Weder die Menschen mit Traumafolgestörungen noch die ohne gaben an, dass sie infolge der Studie mehr Symptome hatten.

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