Europas Erdgasproblem ist hartnäckig: Russland hat derzeit die Trümpfe in der Hand

Das ist passiert: Gegen Ende Oktober konnte man meinen, die zugespitzte Lage am europäischen Erdgasmarkt hätte sich etwas entspannt. Der Gaspreis für Westeuropa, der zuvor ungeahnte Höhen erreicht hatte, ging stark zurück. Nun haben die Preise jedoch in den vergangenen Tagen wieder deutlich angezogen. Und die europäischen Gasspeicher weisen derzeit so wenig Erdgas auf wie schon lange nicht mehr zu Beginn der Heizperiode. Wenn der bevorstehende Winter kalt und lang wird, dürfte es am Erdgasmarkt heiss werden. Zum Bericht

Darum ist es wichtig: Gazproms umstrittene Ostseepipeline Nord Stream 2 von Russland direkt nach Deutschland ist zwar nun fertig gebaut, doch die letzten Regulierungsprozesse für die Pipeline müssen noch vollendet werden. Im Grunde geht es um ein technisches Detail: Laut der EU-Gasrichtlinie müssen der Betrieb der Leitung und der Vertrieb des Gases ausreichend getrennt sein. Die Gazprom-Tochter Nord Stream 2 AG mit Sitz in Zug hat sich nun dazu entschlossen, eine Tochtergesellschaft nach deutschem Recht nur für den deutschen Teil der Leitung zu gründen. Experten schätzen, dass frühestens Ende März zusätzliches russisches Erdgas über Nord Stream 2 nach Europa fliessen wird – in jedem Fall zu spät, um für die Wintermonate Abhilfe zu leisten.

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