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✠ Die Hinrichtungsarten

Eine Hinrichtung, im Sprachgebrauch auch Exekution, ist die vorsätzliche Tötung eines in der Gewalt der Hinrichtenden befindlichen gefangenen Menschen, meist als Vollzug einer von der Justiz eines Landes ausgesprochenen Verurteilung zur Todesstrafe. Werden Menschen durch staatliche Stellen widerrechtlich getötet, handelt es sich um extralegale Hinrichtungen. Der Begriff wird im weiteren Sinne auch für die Tötung eines Menschen durch nicht hoheitlich befugte Personen, Gruppen oder Organisationen verwendet, beispielsweise im Zusammenhang mit Terrorismus oder Kriminalität.

Hinrichtungsarten heute:

Elektrischer Stuhl (seit 1889 in den USA, heute nur noch in wenigen Bundesstaaten; früher auch Philippinen)
Enthauptung mit dem Schwert (z. B. Saudi-Arabien)
Erhängen (Galgen; Todeseintritt durch Genickbruch, Unterbrechung des Blutstromes zum Gehirn oder Ersticken) oder (kriminell, nicht hoheitlich) Erdrosseln (z. B. Japan)
Erschießung (Herz- oder Kopfschuss, Genickschuss), im militärischen Bereich wird die Bezeichnung Füsilieren verwendet (z. B. China, Belarus als letztes Land in Europa Genickschuss, USA)
Steinigung (z. B. bei Anwendung der Scharia des Islams) (Saudi-Arabien)
Vergiftung (Giftspritze oder Gaskammer) (USA, Giftspritze in mehreren Bundesstaaten und Gaskammer in wenigen; China, Giftspritze)

Seit dem Jahr 2000 sind nach Kenntnis von Amnesty international folgende Hinrichtungsmethoden bei der Vollstreckung der Todesstrafe angewandt worden:

Elektrischer Stuhl: USA (nicht alle Bundesstaaten)
Enthauptung mit dem Schwert: Saudi-Arabien
Hängen: Ägypten, Irak, Iran, Japan, Jordanien, Libyen, Pakistan, Singapur, Malaysia und weitere Länder
Erschießung: USA, Belarus, Volksrepublik China, Nordkorea, Somalia, Republik China (Taiwan), Usbekistan, Vietnam und weitere Länder
Steinigung: Afghanistan, Iran, Sudan, Teile Nigerias, Somalia
Giftspritze: Volksrepublik China, Guatemala, Thailand, USA

Historische Hinrichtungsarten

Die Brutalität historischer Hinrichtungsarten zeigt deutlich, dass diese Verurteilte nicht nur töten sollten, sondern darauf abzielten, ihnen zusätzliches Leid durch Folter zuzufügen.

Ein verurteilter Chinese wartet kniend vor seinem Grab auf die Enthauptung durch den japanischen Henker (Tientsin, China, 1901)

Hinrichtung der vier Lincoln-Verschwörer am Galgen (1865)
sukzessives Abtrennen von Körperteilen (Lingchi; in China bis 1905 legal)
Ausweiden, auch Ausdärmen genannt Bambusfolter
Blutaar, Auch Blutadler – ob diese Methode bei den Wikingern tatsächlich angewendet wurde oder eine Erfindung der Christen ist, ist aus heutiger Sicht unklar.
Damnatio ad bestias, im Römischen Reich warf man Verurteilte mitunter auch den „wilden Tiere zum Fraß“ vor
Damnatio ad ferrum, Oberbegriff für die Todesstrafe im Römischen Reich, beinhaltet aussichtslose Kämpfe der Verurteilten gegeneinander (bis zum Tod aller Delinquenten) oder gegen einen (bzw. mehrere) Gladiator/en (damnatio ad gladium)
Dezimation Todesstrafe durch Auslosung, z. B. bei Meuterei im Militärrechtswesen im antiken Rom
Einflößen geschmolzenen Metalls (meist Blei, aber etwa auch Gold) in der jüdischen Antike und anderen altorientalischen Kulturen
lebendig Begraben
Enthauptung mit der Guillotine, dem Richtschwert oder dem Richtbeil
Enthäuten oder Schinden, mit Folter kombinierte Hinrichtungsart, von der Antike bis in die Frühe Neuzeit
Erstechen
Erdrosseln, in Österreich von 1870 bis 1950 z. B. mit dem Würgegalgen in Spanien bis 1974 auch mit der Garrotte

Hinrichtung mit der Garrotte im Bilibid-Gefängnis in Manila auf den Philippinen (1901)
Erfrieren lassen
Erschlagen; Rädern, Fustuarium, Herabstürzen aus großer Höhe, zum Beispiel von Türmen, Brücken, siehe auch Tarpejischer Fels; seltener durch Katapultieren
Ertränken
Estrapade, Hinrichtungsart, die mit der Foltermethode Pfahlhängen verwandt ist
Exekution durch Elefanten
Fustuarium, Anwendung im Militärrechtswesen im antiken Rom, u. a. bei Pflichtvernachlässigung
Hexenproben, durch die Angeklagte der Hexerei überführt werden sollten, konnten zum Tod führen: die Wasserprobe (auch „Hexenbad“) sowie die Feuerprobe
Beim In die Asche werfen musste man tagelang bis zum Tode in einem mit Asche gefüllten Raum verweilen.
Hängen, Ausweiden und Vierteilen wurde in England bei Hochverrat und Falschmünzerei, in Italien auch bei Giftmord angewendet.
Kannibalismus
Kochen bei lebendigem Leib
Kolumbianische Krawatte, auch unter dem Namen mexikanische oder sizilianische Krawatte bekannte Folter- und Hinrichtungsmethode
Kreuzigung
Little Ease, diese aus England stammende Foltermethode konnte je nach Dauer der Anwendung zum Tod führen.
Judenstrafe, Sonderform des Erhängens, auch verkehrtes Hängen, im Mittelalter in Südeuropa, Deutschland und den Niederlanden angewendet
Martern am Marterpfahl
Mazzolata, auch Mazzatello (in Italien bis Anfang des 19. Jahrhunderts: Der Verurteilte wurde mit dem Gesicht zur Menge der Zuschauer gestellt, manchmal auch an ein Andreaskreuz gefesselt. Dann wurde ihm mit einer Keule der Kopf eingeschlagen. Während er vornüber umfiel, wurde ihm die Kehle durchgeschnitten; erwähnt in Der Graf von Monte Christo.)
Rädern (Radebrechen)
Richtblock mit Beil
Richtbank, Hinrichtungen auf der Richtbank oder dem Richtblock erfolgten in Kombination mit einem Beil
Rösten zwischen Feuern oder in einem Feuerring
Säcken als Variante des Ertränkens (nach Einnähen des Delinquenten in einen Sack, gemeinsam mit einem lebenden Tier)
Scaphismus auch Verwesen im Trog oder In-den-Trog-Setzen mitunter wurde das Gesicht des Verurteilten zusätzlich mit Milch und Honig bestrichen; Maden und Würmer zerfraßen den Körper.
Schmäuchen (Schmeuchen, Schmauchen) langsames unterbrochenes Ersticken über Qualm
Öffentliches Sezieren
Sizilianischer Bulle (Hitzefolter durch Einschließen in einen befeuerten Ofen)
Strecken (Ausdehnung, Streckbank)
Stürzen in einen Abgrund
Pfählung, der rumänische Fürst Vlad III. Drăculea wendete diese grausame Hinrichtungsart so gern an, dass sie mit für seinen Beinamen „Sohn des Teufels“ verantwortlich war
Über die Planke gehen
Verbluten (u. a. beim Zersägen, Zerstückeln und Vierteilen)
Verbrennen; Scheiterhaufen
Verdurstenlassen und Verhungernlassen, körperliche Auszehrung (siehe auch Hungerturm, -bunker)
Vergiften (der möglicherweise bekannteste historische Fall war die Hinrichtung des Sokrates mit Hilfe des Schierlingsbechers)
Vierteilung – insbesondere bei Königsmord im Mittelalter und der Frühen Neuzeit angewendete Hinrichtungsart
Zangenreißen
Zermalmung als Form des Erstickungstodes
Zerquetschen (mit Elefanten, Steinen oder Geräten ähnlich der Garrotte)
Tod durch Zerquetschen bei der Hinrichtung von Giles Corey 1693, Grafik 1923
Zerreißen mittels Estrapade oder Wippgalgen
Zersägen

Immerschon hatte man grosse Phantasie beim Ermorden von Menschen.

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