⚔️ Gedanken am 8. April

Das Ich ist unermüdlich in seinem Denken und Urteilen.
Deswegen nenne ich es oft den »Richter«. Es ist völlig
unmöglich, den Richter auszutricksen oder durch logische
Argumente zu schlagen – das einzige, was man tun kann, ist,
ihn hinter sich zu lassen, genauso wie wir in der Meditation
lernen, unsere Gedanken hinter uns zu lassen. Sogyal Rinpoche,
ein tibetischer Lama, vergleicht die Gedanken, die während
der Meditation auftauchen, mit den Wellen des Ozeans.
Es Hegt in der Natur des Ozeans, sich zu wellen. Wir können
ihn nicht daran hindern, aber, wie Sogyal sagt, wir können
»die Wellen den Wellen überlassen«.

Templerarbeit:
Durch die Meditation erlernen wir die geistige Kampfkunst, die es
uns ermöglicht, dem durchtriebenen Ich und seinen unablässigen
Beurteilungen auszuweichen. Verweile für ein paar Minuten in
der Shamatha-Vipassana, so, wie wir es gestern geübt haben.
Wenn Gedanken auftauchen, »überlasse die Wellen den Wellen«.
Wann immer dein Ich im Laufe des heutigen Tages seine ermüdende
Richtertätigkeit wiederaufnimmt, »überlasse die Wellen den
Wellen«.

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