⚔️ Komturei Brescia (Frankreich)

Das älteste authentische Dokument, das eine Templerniederlassung in der Stadt erwähnt, stammt aus dem Jahr 1222. Eine angeblich auf 1101 (was noch VOR der Gründung des Ordens gewesen wäre!) datierte Schenkungsurkunde ist nur in einer Kopie des 16. Jahrhunderts überliefert und hält einer näheren textkritischen Prüfung nicht stand. Die Fälschung entstand möglicherweise zu Anfang des 14. Jhs., als es über den Besitz der Marienkirche Streit zwischen den Johannitern als Rechtsnachfolgern der Templer und der Gilde der Schmiede gab. Attestiert ist dieser Streit allerdings erst ab dem 15. Jahrhundert.

Ein missus des Ordens namens Albert de Brixia taucht 1165 in Cremona auf. Damit ist noch nicht gesagt, dass es auch eine Niederlassung in der Stadt gegeben hat. Dies ist jedoch sehr wahrscheinlich, da sich Brescia an einer sehr frequentierten Pilgerstraße befand.

Zu Beginn des 14. Jhs. kam es über den Besitz von einigen Parzellen Land zu einem Streit der Komturei mit der Stadtregierung Torbole. Der Schiedsrichter, Vikar des Bischofs von Brescia, sprach sich 1300 zugunsten der Templer aus, und im folgenden Jahr gab die Kommune Torbole die fraglichen Landstücke zurück. Streit gab es auch mit der Kommune von Pontevico, der auch in diesem Fall mit einem Sieg der Templer endete – der Orden erhielt alle Ausgaben erstattet, die ihm wegen dieser Auseinandersetzung entstanden waren. In beiden Fällen standen die kirchlichen Autoritäten hinter den Templern. Dies steht auch in Zusammenhang mit der Politik des damaligen Bischofs von Brescia, Berardo Maggi, der sich besonders um die Stärkung religiöser Gemeinschaften gegenüber von Laienkörperschaften bemühte.

Die Komturei mit ihrer unter dem Titel der Hl. Maria stehenden Kirche befand sich in der St. Agatha-Vorstadt, unweit der Kirche der Heiligen Nazarius und Celsus. Mitte des 13. Jh., als eine neue Stadtmauer errichtet wurde, schloß diese auch die Templerniederlassung ein. Einige Stadterweiterungsmaßnahmen von 1239 und 1249 führten allerdings zur Zerstörung von Eigentum des Ordens (Ackerland, Häuser, ein Aquadukt, eine Presse); im sogenannten Liber potheris sind die Entschädigungssummen festgesetzt, die die Stadt zu zahlen hatte. Nach dem Prozess gingen das Ordenshaus und seine Besitzungen an die Johanniter über.

Von den ursprünglichen Gebäuden ist kaum mehr etwas erhalten; auch von der barocken Kirche der Johanniter steht nur noch die Fassade.

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