Ozon

Ozon besteht aus drei Sauerstoff-Atomen. „Normaler“ Sauerstoff hat nur zwei
Atome. Der Ozongeruch erinnert an Heu und Nelken, bei starker Konzentration
wird er stechend. Das überschüssige Atom des Sauerstoffs giert danach,
neue Verbindungen einzugehen, das Gas ist deshalb sehr aggressiv. Es oxidiert
fast alle Stoffe.
Nur ein geringer Teil der irdischen Lufthülle besteht aus Ozon. Wiederum neun
Zehntel dieses Gases konzentrieren sich in der Stratosphäre – der Luftschicht
in 15 bis 20 Kilometern Höhe über der Erdoberfläche. Ein Zehntel des Ozons
befindet sich in der bodennahen Luftschicht.
In der Stratosphäre filtert Ozon die lebensfeindliche, energiereiche ultraviolette
kosmische Strahlung (UV Strahlung) zu 99 %. Erst unter dem Ozon-Schirm
konnte Leben ausserhalb der Meere entstehen. Durch menschliches Tun bekam
der Schirm Löcher: Spurengase wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe
(FCKW), Chlorkohlenwasserstoffe, Halone und Stickoxide aus den Flugzeugtriebwerken
haben die Ozonschicht in der Stratosphäre zunehmend zerstört.
Damit gelangt mehr UV-Strahlung bis zur Erdoberfläche und schadet Pflanzen,
Tieren und dem Menschen.
Am Boden hingegen schadet ein Zuviel an Ozon dem irdischen Leben – es
wirkt als Reizgas. Das Gift entsteht aus den Stickoxiden der Autoabgase. An
warmen, windstillen, trockenen Sommertagen verwandelt die Sonne die Luft in
ein Chemie-Labor. Energiequelle ist die UV-Strahlung (die durch den brüchigen
Ozonschirm in der Stratosphäre vermehrt auf die Erdoberfläche gelangt).
Die UV-Strahlung spaltet Stickstoffdioxid in Stickstoffmonoxid und ein Sauerstoffatom.
Dieses heftet sich an ein gewöhnliches Sauerstoffmolekül. Aus 02
wird 03 – Ozon.
Ozon am Boden macht krank. Menschen leiden darunter ebenso wie Pflanzen und
Tiere. Kinder trifft das ätzende Gas besonders: Kinder atmen schneller, sind mehr
in Bewegung. Kinder haben empfindlichere Atemwege, sie sind noch in der Entwicklung.
Auch Senioren, Asthmatiker, Sportler und alle, die im Freien arbeiten
müssen, sind gefährdet. Schon bei gering erhöhter Konzentration reagiert jeder
zehnte Mensch empfindlich. Ab 120 Mikrogramm je m3 ist die Lungenfunktion bei
Kindern, Älteren und Asthmatikern beeinträchtigt.
Pflanzen reagieren noch empfindlicher als Menschen. Ozon-Konzentrationen von
mehr als 45 Mikrogramm je Kubikmeter machen ihnen schon zu schaffen. Wegen
Trockenheit und Ozon verzeichnete der Deutsche Bauernverband 1994 Millionenschäden
durch Ertragsausfälle bei Raps, Gerste und Weizen.
Neben der schleichenden Vergiftung droht auf den Strassen der Tod direkt und brutal:
Seit 1950 starben auf Deutschlands Strassen bereits in etwa so viele Menschen
durch Unfälle, wie das Bundesland Bremen Einwohner hat. Unvermittelt und grausamer
als viele Krankheiten verstümmelt die Strassenschlacht Kinder, Frauen,
Männer, zerstört Familien, bringt Jahr um Jahr hunderttausendfaches Leid. Daran
ändert auch die Aufrüstung des Autos zur Hochsicherheitszelle nichts – Fussgänger
haben keine Knautschzone.

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