Eine Waldorfschule im Silicon Valley?

High-Tech-Eltern verordnen ihrem Nachwuchs eine Kindheit ohne Bildschirm. Die öffentlichen Schulen für die Armen setzen auf digitales Lernen. Der digitale Gap sieht heute ganz anders aus, als man noch vor kurzem dachte.

Inzwischen treten die Eltern des Silicon Valleys auf die Internetbremse und verordnen ihrem Nachwuchs einen bildschirmfreien Lebensstil. Tatsächlich sieht es so aus, als ob die Kinder aus einfachen Haushalten viel Zeit vor einem Bildschirm verbringen, während die Elite Holzspielzeug für den Nachwuchs kauft. Und sich bei der Erziehung den Luxus der teuren menschlichen Interaktion leistet und interaktive Lernprogramme verschmäht.

Echte Erlebnisse für die Kinder der Elite
Bei den Führungskräften im Silicon Valley ist die private – und auch teure – Waldorf School of the Peninsula beliebt, die öffentliche Schule nebenan macht Reklame für das Lernen mit dem iPad.

„Es wird da draußen eine Botschaft verbreitet, die sagt, dass ihr Kind irgendwie verkrüppelt sein wird, wenn es nicht auf dem Bildschirm schaut“, sagte Pierre Laurent zur „NYT“. Er ist ein ehemaliger Microsoft- und Intel-Manager. Nun sitzt er im Kuratorium der Waldorfschule. „Diese Botschaft kommt in unserem Teil der Welt nicht so gut an.“

Die Menschen im Silicon Valley beschäftigen sich mit Künstlicher Intelligenz und gigantischen Datenmengen, so Laurent weiter. Doch niemand werde auf diese Herausforderungen vorbereitet, nur weil er schon als Kind ein Smartphone besitzt. Beverly Amico, Leiter für Öffentlichkeitsarbeit und Entwicklung bei der Association of Waldorf Schools of North America, sagte dem „Guardian“, dass die Eltern ihrer Waldorfschulen nicht technikfeindlich sind. Später sollen die Kinder eine Hightech-Ausbildung bekommen. Doch zuvor sollen sie als Kind echte Erfahrungen und Interaktionen machen dürfen. Nur so würden sich die innovativen Denkfähigkeiten bilden, die viele Arbeitgeber wünschen.

Was können wir wohl daraus lernen?

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